| Ausgleich zwischen Risiko und Ertrag |
In dieser Modellierungseinheit, soll die Aufgabe darin bestehen, eine „optimale Anlagestrategie“ zu finden. Gemeint ist damit eine Strategie, bei der der Anleger so reich wie möglich wird, ohne ein übermäßig großes Risiko einzugehen. Um die Aufgabenstellung noch im handhabbaren Rahmen zu halten, soll das Problem dahingehend vereinfacht werden, dass nur die Möglichkeit der Investition in zwei verschiedene Anlageformen (Gold und Aktien) bestehen soll, die sich voraussichtlich gegenläufig entwickeln werden. Ziel soll es sein, das Geld geschickt auf die beiden Möglichkeiten aufzuteilen, so dass man, egal wie sich die Kurse an der Börse entwickeln werden, immer ein relativ kleines Risiko verbunden mit relativ großen Gewinnaussichten hat. Um die folgende Modellierungsaufgabe zu lösen, sollen hier zuvor die beiden im Börsenjargon üblichen Begriffe Hausse und Baisse vorgestellt werden.
Unter der Hausse versteht man
die Aufschwungphase der Konjunktur, bei der die Aktienkurse ansteigen. Die
Baisse ist das Gegenteil dazu, also die Phase die durch sinkende Börsenkurse
charakterisiert ist. Es wird erzählt, dass der stürmische optimistische Bulle,
der mit seinen Hörnern die Aktienkurse hochhebt für die Hausse zuständig ist,
während der brummige pessimistische Bär für die Baisse sorgt, indem er mit
seiner Tatze die Kurse nach unten drückt. Dadurch lässt sich begründen, warum
Bulle und Bär als das Wahrzeichen der Börse gelten, obwohl es doch eigentlich
vielmehr das Anlegerverhalten der Aktionäre ist, das über Angebot und
Nachfrage für die Kursbildung verantwortlich ist.
Die folgende Situation soll
modelliert werden: Wir möchten 10.000 € anlegen. Das Geld soll so auf Gold
und Standardaktien verteilt werden, dass der Gewinn zum einen möglichst groß
und zum anderen unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung ist. Dazu haben
wir Experten befragt, die bei einer normalen wirtschaftlichen Entwicklung einen
Gewinn von 625 € für eine Anlage in Aktien vorhersagen. Sollte eine Baisse
eintreten, so rechnen sie bei einer reinen Aktienanlage mit einem Verlust von
100 €. Außerdem rechnen sie damit, dass bei schwachen Aktienkursen die
Nachfrage nach Gold steigen wird weshalb dann mit einem Gewinn von 900 €
anstelle von 375 € bei normaler Wirtschaftsentwicklung zu rechnen wäre. Aber
auch die Möglichkeit einer Hausse wird nicht ausgeschlossen. In diesem Fall
wird der Gewinn bei Aktien auf 900 € geschätzt, während die Nachfrage nach
Gold weiter sinken und zu einem Verlust von 100 € führen würde.
Welchen Goldanteil würdest du wählen, wenn
a) alle drei Entwicklungen als gleich wahrscheinlich angesehen werden,
b) du eine Hausse für unwahrscheinlicher hältst,
c) du eine Baisse für unwahrscheinlicher hältst.
Begründe deine Entscheidungen und gib in allen Fällen den minimal und den maximal möglichen Gewinn an.
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