Projekt AMU WS 2003/2004
Prof. R. Bruder/M. Distler
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Fachbereich
Mathematik AG11
SI-Variante A
Projekt: Vermessung eines Flächeninhalts
durch die Simulation eines
2D Satellitennavigationssystems
Ziel:
Ziel des Projekts soll die Vermessung der Obergrenzen eines unregelmäßigen
Flächeninhalts durch die Dreiecksberechnung sein, die im
Satellitennavigationssystem GPS verwendet wird. Die Arbeit ist
auch geeignet, um die Relevanz von Fehlerübertragungen beim physikalischen
Messungen zu untersuchen.
Anlass/Motivation:
Während eines Experimentes wurde der Boden des Chemie-Klassenzimmers
unbeabsichtigt durch das Schütteln von Säuren beschädigt.
Die Fläche, die beschädigt wurde, ist ziemlich groß
und hat natürlich eine unregelmäßige Form (siehe Bild 1).
Die beschädigten Fliesen
sollen gewechselt werden. Die Größe der Fliesen ist
20x20 cm.
Bild 1: Das Klassenzimmer mit der beschädigten Fläche
Das Geschehen könnte simuliert werden, indem man eine unregelmäßige
Fläche auf dem Boden mit einer Kreide malt.
Grobe Fragestellung (Worum es geht):
Man möchte diesen kleinen Unfall ausnutzen, um alternative
Vermessungssysteme zu untersuchen. Man möchte berechnen,
wie viele Fliesen notwendig sind, um die Fläche zu renovieren
ohne Lineal oder Maßstab zu verwenden.
Da das amerikanische Satellitennavigationssystems GPS heutzutage
schon in vielen Autos vorhandeln ist und noch dazu Europa
ein neues Satellitennavigationssystem – Galileo – realisiert
hat, das komplementär zum amerikanischen GPS und russischen GLONASS
ist,
kann für die Schüler interessant sein, die Dreiecksberechnung
zu untersuchen und durch die Simulation der Grundprinzipien des GPSs
den Flächeninhalt zu vermessen.
Bei der Realisierung sollen die Schüler ein 2D Satellitennavigationssystem
simulieren. Nachdem man die Position der 2D-Satelliten
durch eine Zeitmessung ermittelt hat, werden die Schüler
eine mathematische Modellierung durchführen, um die Position ausgewählter
Punkte innerhalb dieses Systems zu finden. Das sollte, wie beim
GPS System auf einer Dreiecksberechnung basiert sein.
Anschließend sollen die Ergebnisse mit der Realität
konfrontiert werden.
Detaillierte Fragestellung: 1. Variante (Sehr detailliert und
nicht sehr offen)
Die Schüler sollen zuerst recherchieren, um Grundinformationen
über das GPS zu sammeln.
Hinweis: Wichtig dabei ist, dass die Vermessungsmethode des Systems
zu verstehen ist, insbesondere die Konsequenzen von möglichen
Fehlern bei der Messung von Satelliten-Entfernungen. Technische
Daten über das Systems sind für die Lösung der Aufgabe von
weniger Interesse.
Danach sollen folgende Aufgaben bearbeitet werden:
1. Um die Übertragung von Funksignalen von Satelliten zur
Empfänger (so wird die Entfernung von einem Satelliten beim GPS bestimmt)
zu simulieren,
kann ein Spielzeug benutzt werden, z.B. ein
ferngesteuertes Auto. Wichtig dabei ist, dass seine Geschwindigkeit relativ
konstant ist.
Durch verschiedene Messungen soll die durchschnittliche
Geschwindigkeit des Autos zuerst bestimmt werden. Diese vermittelte Geschwindigkeit
wird im Laufe des Projekts weiter benutzt,
um die Entfernung der simulierten Satelliten zu bestimmen.
2. Ein geeignetes Koordinatensystem soll in dem Klassenzimmer
gelegt werden.
3. Die Anzahl der notwendigen simulierten Satelliten soll festgelegt
werden.
4. Die Position der Satelliten innerhalb dieses Koordinatesystems
soll dann gewählt werden. Da beim GPS diese Positionen durch die Umlaufbahn
der
Satelliten immer vorhandeln sind, gelten diese
Positionen bei dieser Fragestellung als gegeben.
5. Aus der unregelmäßigen Form der beschädigten
Fläche soll durch die Bestimmung ausgewählter Punkte ein regelmässiges
Polygon werden. Man soll
das Ziel hier nicht vergessen: Man möchte
wissen, wie viele Fliesen zu tauschen sind!
6. Die Koordinaten der ausgewählten Punkte sollte durch
Dreiecksberechnung bestimmt werden.
7. Die Anzahl der Fliesen soll bestimmt werden, die in dem Polygon
passen und deswegen teilweise oder komplett beschädigt wurden.
8. Durch Beobachtung soll berechnet werden, wie viele Fliesen
tatsächlich beschädigt wurden.
9. Die Ergebnisse sollen verglichen und diskutiert werden.
Detaillierte Fragestellung: 2. Variante (mehr offen)
Die Schüler sollen zuerst recherchieren, um Grundinformationen
über das GPS zu sammeln.
Danach sollen folgende Aufgaben bearbeitet werden:
1. Man soll sich eine einfache Methode überlegen, um die Übertragung
von Funksignalen von Satelliten zur Empfänger
(so wird die Entfernung von einem Satelliten beim GPS bestimmt)
zu simulieren. Dabei geht es um Bestimmungen von Entfernungen
durch Zeitmessungen. Anforderungen an die Methode: Kostante
Geschwindigkeit der Übertragung und Möglichkeit zur Synchronisierung
bei der
Zeitmessung.
2. Durch die nötige Anzahl von simulierten Satelliten und eine Dreiecksberechnung
sollen die Koordinaten ausgewählter Punkte auf dem Boden
berechnen werden, damit die Anzahl der beschädigten
Fliesen vermittelt werden kann.
3. Durch Beobachtung soll berechnet werden, wie viele Fliesen tatsächlich
beschädigt wurden.
4. Falls die Ergebnisse unterschiedlich sind, ist diese Diskrepanz durch mögliche
Fehler (welche?) bei der Simulation zu rechtfertigen?
5. Wie könnte man diese Diskrepanz reduzieren?.